Von den hohen Bergen kommen wir…

Unsere lang ersehnte Hochtourenwoche in das Ishincatal ist nun schon vorbei. Zusammen mit vier Lasteseln ging es am 26.08. in das wunderschöne Ishincatal inmitten des Huascarán-Nationalparks. Das Basecamp wurde im Hochtal aufgebaut, dieses Mal sogar mit Küchen- bzw. Gemeinschaftszelt.

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Am nächsten Tag startete die erste Gruppe um ein Uhr morgens in Richtung Ishinca. Obwohl die Tour technisch keine Herausforderung darstellt ist die Länge in dieser Höhe nicht zu unterschätzen, denn immerhin sind es vom Basecamp bis zum Gipfel auf 5530m satte 1150 Höhenmeter und etwa acht Kilometer Strecke.

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Vor dem Gipfel des Ishincas

Die zweite Crew des Tages (Toby, Bianca und Konsti) machte sich dann gegen elf Uhr mit einem Zelt, einem Kocher und dem ganzen Geraffel auf den Weg ins Highcamp des Tocllaraju. Der Weg ist landschaftlich wunderschön und verläuft zuerst mäßig steil über bewachsenes Moränengelände und steilt später stark auf. Mit 20kg Gepäck auf dem Rücken und dazu die doch immer dünner werdende Luft schießt die Laune exponentiell in die Höhe. Nach etwa dreieinhalb Stunden erfolgte das abgesprochene Lebenszeichen per Funk ins Basislager. Nach dem Kochen mit klammen Fingern, was auf 5100m Höhe durchaus mal vorkommen kann, frohlocken auch die Schlafsäcke. Es folgte eine sehr kurze Nacht, denn um 23 Uhr hieß es aufstehen und anziehen. Leider ging es Toby nicht wirklich überzeugend, somit war die einzig richtige Entscheidung, an Ort und Stelle wieder ins Zelt zu kriechen.DSC07318

Nachdem Toby am Vormittag direkt abgestiegen war, ging abends für Jenny, Jens und Lea die Reise in Richtung Highcamp los. Nach dem mittlerweile routinierten Aufbauen der Zelte, dem Kochen und der ständigen Überlegung: „Wie wird das Wetter morgen?“, krochen alle in ihre Zelte und versuchten zu schlafen.
Um 23 Uhr, hieß es wieder Riegelfrühstück, möglichst ohne Kontakt mit der Kälte Anziehen und los. Gegen Mitternacht standen wir alle angeseilt auf dem Gletscher und der lange Anstieg begann zunächst flach und gemütlich.DSC07334

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Im Highcamp des Tocclaraju

Auch an diesem Tage war uns der Bergsteigergott mit der heiligen Stirnlampe nicht ganz wohlgesonnen, denn nach einer dreiviertel Stunde musste Bianca leider abbrechen. Jens und Jenny brachten sie zurück ins Highcamp um danach selber wieder aufzusteigen.
Lea und Konsti, die zu zweit weiter aufgestiegen waren, warteten auf etwa 5500 Metern auf die beiden anderen Gipfelstürmer. Nach dem gemeinsamen Weitergehen, sollte für uns die Reise auf den ersten 6000er in etwa 5700m Höhe zu Ende sein, denn auch bei Jens machte sich die Höhe doch deutlich bemerkbar. Nach einem sehr schnellen Abstieg erreichten wir gegen 5 Uhr morgens wieder das Highcamp. Zuerst schliefen alle noch ein wenig, später machten wir uns auf den beschwerlichen Abstieg in Richtung Basecamp zurück auf 4300m.

Direkt am nächsten Morgen, bestiegen Jenny und Konsti noch erfolgreich den Ishinca. Nach der Rückkehr der Beiden wurde dann noch gemeinsam der letzte Abend in diesem schönen Tag genossen. Jens hatte es doch deutlich schlimmer erwischt als zuerst angenommen, daher wurde an diesem Abend das Küchenzelt zum Krankenzelt und einige Teammitglieder zum Krankenbett umfunktioniert.

Der letzte Tag begann mit einem allgemeinen „Packchaos“. Um 10 Uhr stand Luciano mit seinen Eseln bereits vor der nicht vorhandenen Tür um unsere Sachen aufzuladen. Die Esel wurden gepackt und wir verabschiedeten uns schweren Herzens von der wunderschönen Kulisse, denn unser letzter großer, gemeinsamer Trip war mit dem Erreichen des Hostels in Huaraz bei Gilf und Maruja leider vorbei.

 

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Euer AbenteuerAnden-Team.

Chao Plastico

Habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, wie die Wasserversorgung in Peru funktioniert?

Dies passiert sicherlich in einigen Landesteilen auf verschiedene Art und Weise. Für Huaraz aber lässt sich sagen, dass das Wasser einerseits in große Vorratstanks auf den Dächern gepumpt wird, in der Regenzeit wird auch Regenwasser gesammelt. Die Wasserversorgung ist nicht immer (abhängig vom Reiseaufkommen) gewährleistet und so durften wir hautnah miterleben, dass am Tag der Unabhängigkeit Perus (viele ausgebuchte Hotels), die Wasserversorgung in unserem Hostel „Casa de Maruja“ immer mal wieder gekappt war. Erstmal nicht weiter schlimm, wir konnten uns ja einfach 10 l Plastikflaschen kaufen. Duschen wird sowieso überbewertet 😉

Wobei wir auch beim Thema wären: Plastik, Wasser in Plastikflaschen und Müllvermeidung.

Nahezu alles wird in Peru in Plastik eingepackt, sei es der Quinoa-Brei „to go“, das Ei-Sandwich, oder eben Trinkwasser. Maike war vor 4 Jahren schon einmal längere Zeit in Südamerika unterwegs und hatte gute Erfahrungen mit einem Wasserfilter gemacht. Diese Erfahrung wurde an die Gruppe weitergegeben und dank unseres Partners MSR durften wir uns über zwei robuste 10l Wassersäcke und den Guardian Filter freuen.

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Dieser wird quasi seit Tag 1 ausgiebig verwendet und zwar nicht nur mit von Kühen gesäumtem Bachwasser, sondern in erster Linie im Hostel um das für uns keimbelastete Wasser aus dem Hahn zu filtern. Dadurch, dass wir unsere Flaschen und Trinkblasen etc. dabei haben, können wir diese mit dem gefilterteten Wasser auffüllen und produzieren keinen neuen Plastikmüll.

Lea hat dazu mal grob überschlagen, was wir über unseren Aufenthaltszeitraum einsparen: Bei 9 Leuten und 45 Reisetagen sind das, da jeder von uns mindestens drei Liter am Tag benötigt, in etwa 1215 Plastikflaschen. Bei ca. 40g Plastik pro Flasche sparen wir so etwa 49 kg Plastik ein. Da für 12 Plastikflaschen im Schnitt 1l Erdöl verbraucht werden, wären das rund 101l. Und dabei sind die Mengen an Treibstoff und CO2, welche für Abfüllung, Verpackung und Transport der Flaschen benötigt wurden noch nicht miteingerechnet. Zudem wird ein nicht unerheblicher Teil des Flaschenwassers von großen, multinationalen Konzernen verkauft. Diese importieren die Flaschen entweder nach Peru, oder haben Wasserrechte gekauft. Dadurch fließt der Umsatz, welcher mit den Flaschen gemacht wird, größtenteils außer Landes.

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Leider ist es an anderen Stellen nicht so einfach auf Plastik zu verzichten. An vielen Marktständen müssen Tüten verwendet werden um das Gemüse zu wiegen und auch Kekse im Supermarkt sind oft in kleinen Portionen in der großen Packung. Auch bei unseren geliebten Gummibärchen mussten wir eine Weile suchen, bis wir statt der 90-Gramm-Tüten die Kilo-Beutel entdeckt haben. Aber das „no nececitamos una bolsa“ geht uns mittlerweile ziemlich leicht über die Lippen und wir packen fleißig in die großen Rucksäcke statt in die Tüten ein.

An einigen Stellen, insbesondere im Nationalpark finden sich jedoch Hinweistafeln, welche über die Auswirkungen von Müll in der Umwelt aufklären und Verhaltenstips geben. Denoch fehlen an vielen Stellen Mülleimer und es finden sich Plastiktüten, Crackerpackungen und Wasserflaschen im Straßengraben. Wir hatten auf unseren Wanderungen und Klettertrips immer DreckSäcke, die umweltfreundlichen Mülltüten des DAVs dabei und die blieben nie leer…

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