Moritz Beeking

Manchmal frage ich mich, wie ich wohl meine Freizeit verbringen würde, wenn ich nicht von frühesten Kindesbeinen an Berge als Urlaubsziel kennengelernt hätte. Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung. In die Berge zu gehen ist für mich einfach der Inbegriff von Urlaub. Anfangs noch mit meinen Eltern und vor allem zum Wandern, mit neun Jahren dann zum ersten Mal zum Klettern mit einer DAV-Jugendgruppe der Sektion Bad Waldsee ins Donautal. Mit dreizehn folgte dann der erste von vielen Kletterurlauben im schönen Arco. In den folgenden Jahren bis zum Abitur verbrachte ich etwa drei Abende die Woche in der Kletterhalle und etwa zwei Wochen im Jahr in den Sport- und Alpinklettergebieten Süddeutschlands und Norditaliens. Mit sechzehn änderte sich hier ein bisschen was, ich wurde Jugendleiter, musste auf einmal viel weniger spülen aber dafür mehr Verantwortung übernehmen.Irgendwann verlagerten sich auch meine Interessen in den Bergen ein wenig, ich ging immer weniger Sportklettern und suchte meine Urlaubsziele immer mehr nach möglichst dünner Besiedelung aus. Gerade hier, abseits von Straßen und Handynetz, wenn Wasser und Biwakplatz statt Terminen und Abgabefristen mein Leben bestimmen, sammle ich die Eindrücke von denen ich im Alltag zehre.

Aber die größte Freude hatte und habe ich immer dabei, wenn ich nicht nur für mich oder mit Freunden, sondern mit Kindern und Jugendlichen in die Berge (oder zumindest ein nahegelegenes Mittelgebirge) komme. Dann versuche ich, meine Leidenschaft zu teilen, meine Erfahrungen und Fähigkeiten weiterzugeben. 2019 werde ich meine Freunde und meine, inzwischen Karlsruher, Jugendgruppe leider etwas vernachlässigen müssen. Ich werde selber neue Erfahrungen in Peru sammeln, und hoffentlich auch dort etwas von meinen Erfahrungen aus der Jugendarbeit weitergeben können.

Etwa ein Jahr Zeit bleibt noch, zum Planen und Organisieren, um zu trainieren und mein Spanisch aufzupolieren, vor allem aber, um mich in Vorfreude zu üben. Ich bin gespannt, welchen Menschen wir dort begegnen werden. Und egal welche Touren wir machen, welche Gipfel wir erreichen, wenn nur einer dieser Menschen eine ähnlich unvergessliche Zeit erlebt, wie wir sie mit Sicherheit haben werden, genau dann bin ich zufrieden.