Chao Plastico

Habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, wie die Wasserversorgung in Peru funktioniert?

Dies passiert sicherlich in einigen Landesteilen auf verschiedene Art und Weise. Für Huaraz aber lässt sich sagen, dass das Wasser einerseits in große Vorratstanks auf den Dächern gepumpt wird, in der Regenzeit wird auch Regenwasser gesammelt. Die Wasserversorgung ist nicht immer (abhängig vom Reiseaufkommen) gewährleistet und so durften wir hautnah miterleben, dass am Tag der Unabhängigkeit Perus (viele ausgebuchte Hotels), die Wasserversorgung in unserem Hostel „Casa de Maruja“ immer mal wieder gekappt war. Erstmal nicht weiter schlimm, wir konnten uns ja einfach 10 l Plastikflaschen kaufen. Duschen wird sowieso überbewertet 😉

Wobei wir auch beim Thema wären: Plastik, Wasser in Plastikflaschen und Müllvermeidung.

Nahezu alles wird in Peru in Plastik eingepackt, sei es der Quinoa-Brei „to go“, das Ei-Sandwich, oder eben Trinkwasser. Maike war vor 4 Jahren schon einmal längere Zeit in Südamerika unterwegs und hatte gute Erfahrungen mit einem Wasserfilter gemacht. Diese Erfahrung wurde an die Gruppe weitergegeben und dank unseres Partners MSR durften wir uns über zwei robuste 10l Wassersäcke und den Guardian Filter freuen.

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Dieser wird quasi seit Tag 1 ausgiebig verwendet und zwar nicht nur mit von Kühen gesäumtem Bachwasser, sondern in erster Linie im Hostel um das für uns keimbelastete Wasser aus dem Hahn zu filtern. Dadurch, dass wir unsere Flaschen und Trinkblasen etc. dabei haben, können wir diese mit dem gefilterteten Wasser auffüllen und produzieren keinen neuen Plastikmüll.

Lea hat dazu mal grob überschlagen, was wir über unseren Aufenthaltszeitraum einsparen: Bei 9 Leuten und 45 Reisetagen sind das, da jeder von uns mindestens drei Liter am Tag benötigt, in etwa 1215 Plastikflaschen. Bei ca. 40g Plastik pro Flasche sparen wir so etwa 49 kg Plastik ein. Da für 12 Plastikflaschen im Schnitt 1l Erdöl verbraucht werden, wären das rund 101l. Und dabei sind die Mengen an Treibstoff und CO2, welche für Abfüllung, Verpackung und Transport der Flaschen benötigt wurden noch nicht miteingerechnet. Zudem wird ein nicht unerheblicher Teil des Flaschenwassers von großen, multinationalen Konzernen verkauft. Diese importieren die Flaschen entweder nach Peru, oder haben Wasserrechte gekauft. Dadurch fließt der Umsatz, welcher mit den Flaschen gemacht wird, größtenteils außer Landes.

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Leider ist es an anderen Stellen nicht so einfach auf Plastik zu verzichten. An vielen Marktständen müssen Tüten verwendet werden um das Gemüse zu wiegen und auch Kekse im Supermarkt sind oft in kleinen Portionen in der großen Packung. Auch bei unseren geliebten Gummibärchen mussten wir eine Weile suchen, bis wir statt der 90-Gramm-Tüten die Kilo-Beutel entdeckt haben. Aber das „no nececitamos una bolsa“ geht uns mittlerweile ziemlich leicht über die Lippen und wir packen fleißig in die großen Rucksäcke statt in die Tüten ein.

An einigen Stellen, insbesondere im Nationalpark finden sich jedoch Hinweistafeln, welche über die Auswirkungen von Müll in der Umwelt aufklären und Verhaltenstips geben. Denoch fehlen an vielen Stellen Mülleimer und es finden sich Plastiktüten, Crackerpackungen und Wasserflaschen im Straßengraben. Wir hatten auf unseren Wanderungen und Klettertrips immer DreckSäcke, die umweltfreundlichen Mülltüten des DAVs dabei und die blieben nie leer…

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