Alltag in Huaraz

Nach zwei durchaus gut gefüllten Kurstagen mit den Kids aus Huaraz, den ersten kleinen Anflügen eines grippalen Infekts bei diversen Teammitgliedern und nach den schier nicht endenden, neuen Eindrücken, hatten wir uns am Mittwoch eine kleine Pause verdient. Da wir doch alle schwer geschafft waren und die gemeinsame Entscheidungsfindung von Beginn an nicht unsere größte Stärke war, gestaltete sich die Suche nach einem passenden „Ruhetagsprogramm“ doch ein wenig schwieriger als erwartet. Wir einigten uns auf eine kleinere Wanderung zu den heißen Quellen kurz hinter Huaraz, wobei wir einer archäologischen Ausgrabungsstätte (Willkaiwan) zuvor noch einen Besuch abstatteten.

Lea blieb aufgrund ihrer Erkältung im Hostel und schrieb unermüdlich Adressen auf  unsere Postkarten. Der Weg führte uns von unserem Hostel „La Casa de Maruja“ über einige Treppen und einen Pfad in östlicher Richtung den Hang empor. Die Umgebung wurde mit jedem Schritt ländlicher, die Häuser wurden einfacher, die Kleidung der Menschen traditioneller, die Hunde aggressiver und die Blicke der Bewohner in unsere Richtung verwunderter. Nach etwa eineinhalb Stunden erreichten wir die Ausgrabungsstätte. Jhon, der hauptberuflich als Tourguide arbeitet und gleichzeitig Archäologie studiert, brachte uns sehr professionell die Geschichte der Ruine und Peru’s näher. Wir besichtigten eine ca. 1400 Jahre alte Anlage, welche vermutlich als Mausoleum diente. Nach einer sehr informativen Führung und einer langgezogenen Pause marschierten wir weiter nach Norden und passierten nach einem kleinem Abstieg ein Fußballfeld. Da die meisten von uns keine sehr begabten Fußballspieler sind, wurde der Vorschlag von Jhon, beim Fußball mitzuspielen doch relativ schnell verworfen. Nachdem wir einem kleinem Gegenanstieg und ein kleines Dorf passiert hatten, eröffnete sich ein wunderschöner Ausblick auf die riesigen Berge der Cordillera Blanca: Huandoy, Huascaran und Chopicalqui. Ja, man munkelt, dass die Landschaft hier schön ist…

Der Weg führte uns an den Wasserkanälen für die Bewässerung der Felder vorbei und schon konnten wir hinunter auf die heißen Quellen sehen. Nach weiteren zwanzig Minuten kommen wir unten bei den Quellen an und uns wird nach dem notdürftigen Stillen des exorbitant großen Hungers relativ schnell klar, dass wir die heißen Quellen doch bei etwas kühleren Temperaturen bevorzugen würden. Das „colectivo“ war relativ schnell organisiert und nach einer Einheit zum Thema „schnell Einsteigen“ erreichten wir etwa zehn Minuten später die Kreuzung vor dem Hostel.

Nachdem das Wohlbefinden der gesamten Mannschaft durch das Duschen wiederhergestellt war, machten wir uns gemeinsam auf den Weg in die Stadt und lernten dabei noch, dass Taxifahren mit sechs Leuten im Taxi durchaus gut möglich ist. In der Stadt angekommen war erst einmal die Suche nach einem geeigneten Restaurant angesagt. Kurze Zeit später fanden wir uns alle in einem der zahlreichen Etablissements wieder und wir genossen die bemerkenswert schmackhafte und würzige Küche Perus.

Am Donnerstagmorgen fuhren wir nach anfänglichen Schwierigkeiten, da der Taxifahrer unser bevorzugtes Ziel wohl irgendwie doch nicht kannte, in die Stadt. Nachdem wir eine Bäckerei leergekauft und auf dem Unigelände an der Boulderwand gefrühstückt hatten, starten wir mit der „climbing clinic“. Zum ersten Mal stand heute das Klettern am Seil auf dem Plan und nachdem wir einige zusätzliche Griffe in die Wand geschraubt hatten, lief die Sache auch schon wie geschmiert. Nach einiger Zeit wurden die Kinder immer mutiger und zwei der Kids probierten sich schon im Vorstieg.

Der Freitag gestaltete sich ähnlich wie die anderen Kurstage. Nach der Morgensession genehmigten wir uns in der Mittagspause ein „Menú del dia“ und um drei Uhr mittags ging es dann weiter mit den Kursen. Während ein Teil bei den kleineren Kindern mit vielen Spielen und spielerischem Erklären in teils gebrochenem Spanisch versuchte, das Bouldern und Klettern kinderfreundlich zu vermitteln, gaben die anderen bei den Erwachsenen und Jugendlichen ihr Bestes.

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# Vielen Dank an Tendon

Lena, Lea und Maike verließen uns an diesem Tag etwas früher, um für ein typisch deutsches Abendessen einzukaufen. Abends gab es dann Spinatknödel mit Weißkraut und Rahmsoße. Angesichts der Tatsache, dass wir komischen Deutschen die Karotten roh und die Kartoffeln ungeschält essen, war es nicht sehr verwunderlich, dass wir vor dem Abendessen etwas belächelt wurden. Natürlich nur auf eine sehr freundschaftliche Art und so war der Abend ein gelungener Abschluss einer sehr ereignisreichen Woche.

Was wir am Wochenende so getrieben haben, erfahrt ihr in wenigen Tagen.

Euer AbenteuerAnden-Team.

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